Alles unter einem Hut…

 

 

In der Landwirtschaft ist es eine große Herausforderung, das Familienleben und die wirtschaftliche Existenzsicherung unter einen Hut zu bringen. Diese Dinge sind auf einem Bauernhof in besonderer Weise miteinander verbunden.

 

Es ist die Aufgabe aller auf dem Hof lebenden Personen, unterschiedliche Ansprüche an die Arbeitswelt und an das Familienleben in Einklang zu bringen.

 

Auf so engem Raum gibt es dabei täglich viele Aufgaben und Hürden zu meistern,  wie z.B. Generationenkonflikte, Hofübergabe, wirtschaftliche Sorgen, Partnerschaftsprobleme, Krankheit, Pflege, Überlastung und vieles mehr…

 

 

Tatsächlich ist der Bauernhof heute ein Unternehmen, das wirtschaftlich rentabel geführt werden muss. Ansonsten lässt sich ein Überleben des Hofes und somit der bäuerlichen Familie nicht bewerkstelligen.

 

Der Arbeitsplatz ist gleichzeitig auch der Lebens- und Wohnraum aller.

 

Besonders auch die zeitliche Abgrenzung ist oftmals extrem schwierig !

 

Da gibt es keine geregelte Arbeitszeit, keine Wochenenden, keine Feiertage, oftmals muss man auch nachts stündlich im Stall nach dem Rechten sehen, wenn gerade eine Kuh abkalbt und die Geburt unmittelbar bevorsteht.

 

Die Kühe wollen 365 Tage im Jahr / 7 Tage die Woche / auch am Samstag und Sonntag / in der Früh und am Abend gemolken werden…

 

Kälbchen kommen nicht immer „pünktlich“ zur Welt…

 

Kühe sind nicht immer gesund, sondern brauchen bei Krankheit und Gebrechen viel Aufmerksamkeit. Oft muss man einen Tierarzt zu Rate ziehen, was wiederum eine finanzielle Belastung ist. Viele Wehwehchen und Gebrechen der Tiere können aber auch mit altbewährten Hausmittelchen behoben oder die Heilung damit unterstützt werden, z.B. Leinsamen abkochen, Wickel, Schwarztee, Traubenzucker usw. Aber diese altbewährten Heilmittel bedeuten oft auch viel Zeitaufwand.

 

Urlaub ist oft nicht möglich, da der Betriebsführer die Verantwortung für den Hof und die Tiere hat. Ein Betriebshelfer kostet Geld, das oftmals sowieso schon knapp ist. Der Betriebshelfer muss zudem zuverlässig sein und das volle Vertrauen des Bauern haben. Ansonsten kann er auch nicht ruhigen Gewissens seinen Hof einer anderen Person überlassen. Kinder sind oft nicht zur Stelle oder aber anderweitig berufstätig.

 

Das alles ist ein Spagat…

 

Dennoch ist es heutzutage vielen Bäuerinnen und Bauern wichtig, auch einmal eine Auszeit vom Betrieb zu nehmen, die Seele in Einklang zu bringen, einmal abzuschalten und loszulassen oder ihrem arbeitsbelasteten Körper etwas Gutes zu tun … Ob durch einen Urlaub, einen kurzen Tagesausflug, eine Reiseveranstaltung, eine Wallfahrt oder ein Wellnessaufenthalt mit den Bäuerinnen…

 

Das ist wünschenswert, denn nur in einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist… und nur ein gesunder Körper und eine gesunde Seele lassen die Bäuerinnen und Bauern die anstrengende Arbeit während des Jahres meistern und die Arbeit mit ihren Tieren ordentlich und mit Freude bewerkstelligen.

 

 

Viele der unrühmlichen Fälle von Vernachlässigung von Tieren, die publik werden, kommen oft von Überforderung der Bauern, die nicht oder nur ganz schwer loslassen können.

 

 

Investitionen in das körperliche und seelische Wohl der Bäuerinnen und Bauern ist also auch ein wertvoller Beitrag zum Tierschutz !

 

Investitionen in die körperliche und seelische Vorsorge der Bäuerinnen und Bauern ist auch ein wertvoller Beitrag zur Vorbeugung von weit schlimmeren Beschwerden und somit weitaus höheren Kosten für die Sozialversicherungen. (Leider wird hier immer mehr gespart…)

 

 

 

 

 

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